Infothek

Zurück zur Übersicht
Recht / Zivilrecht 
Montag, 16.04.2018

Schmerzensgeld für die Mutter wegen mit falschem Sperma gezeugtem Kind

Trägt eine – ärztlicherseits pflichtwidrig – mit “falschem” Sperma durchgeführte Insemination zu einer körperlich-psychischen Belastung der Mutter bei, kann der Mutter ein Schmerzensgeld von 7.500 Euro zuzusprechen sein. So entschied das Oberlandesgericht Hamm (Az. 3 U 66/16).

Die in gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft lebende Klägerin schloss mit den beklagten Ärzten einen Behandlungsvertrag, der eine heterologische Insemination vorsah. Nach der Geburt eines mit dem Samen eines der Klägerin unbekannten Spenders gebar sie ein Mädchen. Im Jahr darauf ließ sie eine weitere Insemination durchführen, die – so ihr ausdrücklicher Wunsch – von demselben Spender kommen sollte, um Vollgeschwister großzuziehen und gebar einen Jungen. Als sich aufgrund unterschiedlicher Blutgruppen herausstellte, dass das Kind von einem zweiten Spender stammte, löste das bei ihr eine körperlich-psychische Belastungssituation mit Erschöpfungszuständen, depressiven Episoden und Schuldgefühlen gegenüber beiden Kindern aus. Sie verlangte deshalb u. a. Schmerzensgeld von den Ärzten.

Das OLG Hamm bestätigte die erstinstanzliche Verurteilung der Ärzte zur Zahlung von Schmerzensgeld. Die Klägerin sei nach der Beweisaufnahme selbst gesundheitlich betroffen und die zu ihrer Behandlung notwendige psychotherapeutische Langzeittherapie sei durch die Pflichtverletzung der Beklagten mitverursacht worden.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.